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2020-03-20

Ernährung der Zukunft – Technologie allein reicht nicht

Theorie und Praxis zu vereinen ist die Richtschnur für „Metabolic“, ein weltweit tätiges Consulting -Unternehmen mit Sitz in Amsterdam. Für Städte, Unternehmen und Organisationen erarbeitet Metabolic ganzheitliche Konzepte für umweltschonende und nachhaltige Strategien zum Umgang mit Rohstoffen, Energie und Nahrungsmitteln. Es nutzt dazu wissenschaftliche Erkenntnisse aus aller Welt ebenso wie die Ergebnisse des eigenen Non-Profit-Forschungsinstituts.

Metabolisch bedeutet: den Stoffwechsel betreffend, sich verwandelnd. Menschen können, so Metabolic, viel lernen von den Stoffwechselprozessen in natürlichen Systemen, den Metabolismen. Daraus leitet das 2012 von Eva Gladek, einer Expertin für Umweltmanagement, gegründete Unternehmen seinen Namen ab. 2018 kam das „Metabolic Institute“ hinzu, ein nicht-kommerzieller Thinktank, der an der Schnittstelle von akademischer Forschung und praktischen Projekten arbeitet. Ziel ist eine Gesellschaft, die auch in 50 Jahren noch wirtschaften und sich ernähren kann, ohne die Erde unrettbar auszubeuten. 

Eines der jüngsten Projekte, an denen das Metabolic-Institut mitwirkt, ist Foode. Finanziert von der EU, erkunden Institutionen aus Deutschland, den Niederlanden, Italien und Spanien über vier Jahre hinweg in 15 Pilotprojekten, wie Nahrungsmittel im städtischen Raum umweltverträglich und wirtschaftlich nachhaltig erzeugt werden können. Metabolic steuert dazu eine Aquaponik-Farm bei, die im Technologiepark De Ceuvel im Norden Amsterdams angesiedelt ist. Aquaponik bezeichnet ein Verfahren, das Techniken zur Aufzucht von Fischen in einer Aquakultur mit der Kultivierung von Nutzpflanzen mittels Hydrokultur verbindet. Dabei werden die Exkremente aus der Fischzucht als Nährstoffe für Pflanzen verwendet. Metabolic will in De Ceuvel ein System entwickeln, das eine stabile und marktfähige Versorgung der Verbraucher mit Fisch und Gemüse im lokalen Umfeld sicherstellt.

Einige Projekte von Metabolic sind:

Die niederländische Provinz Nordost-Brabant, eine der fortschrittlichsten Erzeugerregionen der Welt, will mit Hilfe von Metabolic zum Musterbeispiel einer regionalen agrarischen Kreislaufwirtschaft werden.

Für die Stadt Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina, welche die erste „circular city“ in den USA werden will, hat Metabolic ein Konzept für die Müllverwertung erstellt. Bislang wandern 88 Prozent des in der Stadt anfallenden Mülls auf Deponien. In einem ersten Schritt sollen 15 Prozent des Abfalls recycelt werden. Dadurch entstehen 492 neue Arbeitsplätze, bis zu 34 Millionen Dollar jährlich könnten erwirtschaftet werden.

Ähnliches unternimmt Metabolic in Amsterdam. Die Stadt will bis 2030 „müllfrei“ sein. Die Strategie dazu basiert auf Analysen der Materialströme durch Metabolic. Außerdem hat das Internehmen ein System von Indikatoren entwickelt, mit dem die Fortschritte bei der Umsetzung des Müllfrei-Konzepts kontinuierlich überwacht werden können.  

Zum Grundverständnis bei all dem zählt für Metabolic, dass Forschung und Technologie allein nicht ausreichen, um die unheilbare Plünderung des Planeten zu verhindern. Hinzukommen müssen politische Entscheidungen und vor allem die Einsicht bei den Verbrauchern, dass sie ihr Konsumverhalten den Notwendigkeiten einer sich ändernden Welt anpassen müssen.