München/Berlin: Zur Absage des Global Food Summit in München, vom 24. - 26. März 2020, erklärt der Head & Founder des Global Food Summit, Stephan Becker-Sonnenschein:

Mit großem Bedauern müssen wir den diesjährigen Global Food Summit in München, vom 24. bis 26. März 2020 absagen. Durch die derzeitige globale Entwicklung der Ausbreitung des COVID19 und der aktuellen Situation in Deutschland sehen wir uns in der Pflicht, diesen Schritt zu tun.

Wir tragen als Veranstalter einer globalen Konferenz, wie die des Global Food Summits, die Verantwortung für das Wohlergehen unserer internationalen Redner, Gäste und Mitarbeiter. Wir tragen aber auch die gesamtgesellschaftliche Verantwortung, nicht zur weiteren Verbreitung einer Virus-Epidemie beizutragen, sondern im Gegenteil, alles zu tun, was der Eindämmung und der Bekämpfung hilft.

In dieser Situation steht, wie das Robert Koch Institut schreibt, eine Folgenminderungsstrategie im Mittelpunkt jeder Entscheidung. Deshalb tragen wir mit unserer Absage auch dazu bei, diejenigen zu schützen, die es nicht selbst können oder besonders gefährdet sind.

Wir folgen deshalb den dringlichen Empfehlungen der Bayerischen Gesundheitsbehörden, mit denen wir im Austausch standen, die Veranstaltung nicht durchzuführen.

Wir bitten unsere Partner, Sponsoren und Unterstützer um Verständnis für diesen - auch für uns - schwierigen Schritt.

Trotz der notwendigen Absage geben wir natürlich auch weiterhin Innovationen bei Lebensmitteln eine Stimme. Wir laden Sie jetzt schon mal ein, den Global Food Summit auf der diesjährigen Science Week in Berlin, vom 1.-10 November 2020, zu besuchen. Merken Sie sich auch gerne schon das Datum für den nächsten Global Food Summit 2021 in München vor. Er wird vom 23. bis 25. März 2021 stattfinden.

Wir werden Sie über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Bei Rückfragen, wenden Sie sich bitte an:
Global Food Summit
Mail: contact@globalfoodsummit.com
Phone: 030 / 21 96 0522

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2020-01-27

Global Food Summit: Protein und natürliche Antibiotika aus Hummerschalen

Hummer, Garnelen, Krabben – ihr Fleisch gilt vielen Menschen als Delikatesse. Doch bei der Zubereitung bleiben Rückstände übrig, die harten, unverdaulichen Schalen. Weltweit fallen jährlich zwischen sechs und zehn Millionen Tonnen davon an. Abfall? Keineswegs. Vielmehr kostbarer Rohstoff, der allerdings noch weitgehend ungenutzt verloren geht. 

Die junge kanadische Firma Cigala Tech will neben dem begehrten Chitin, aus dem etwa Tinte für 3D-Drucker hergestellt werden kann, Protein für den menschlichen Verzehr produzieren. Außerdem arbeitet die Firma an der Gewinnung  des natürlichen Antibiotikums COS, das speziell in der Schweinemast verwendet wird. Dies ist besonders wichtig in Ländern wie Kanada, in denen Breitband-Antibiotika im Tierfutter verboten sind. Über neue Wege, diesen Schatz zu heben, will Professor Thomas Brück von der Technischen Universität München beim nächsten Global Food Summit im  März in München referieren.

Wissenschaft und Industrie haben längst den Nutzwert des vermeintlichen Abfalls erkannt. Bislang ging es vor allem darum, das in hoher Konzentration in den Schalen enthaltene Chitin zu extrahieren. Daraus wird vor allem in Asien ein chemischer Stoff (Polymer) gewonnen, der unter anderem zur Herstellung von Filtern, Folien, Wundauflagen und Diätpillen genutzt wird. Jetzt hat die in der ostkanadischen Stadt Charlottetown an der Atlantikküste angesiedelte Firma CigalaTech Ltd ein neues Verfahren entwickelt, mit dem die Rückstände von Schalentieren noch umfassender und vor allem umweltfreundlicher als bisher verwertet werden können. 

Der Standort wurde bewusst gewählt, weil in der Region mehr als die Hälfte des weltweiten Aufkommens an Atlantikhummer gefangen wird. Vieles davon geht in den Export nach Asien, bereits verarbeitet und in Dosen verpackt. Entsprechend viele Schalen fallen dabei an. Eine einzige Firma in der Region erzeugt pro Jahr rund 4000 Tonnen  Schalenabfälle. 

Vizepräsident von CigalaTech ist Professor Thomas Brück, der beim Global Food Summit neue Einblicke in die Aktivitäten seines Unternehmens gewähren will. Bedenken von Tierschützern, dass durch die verbesserte Nutzung der Hummerschalen eine gesteigerte Nachfrage geweckt und die Hummer über den Bestandsschutz hinaus gefangen werden könnten, weist Professor Brück zurück. Schon- und Fangzeiten seien in Kanada streng reglementiert und würden strikt überwacht, sagt  Brück.

Der Wissenschaftler war nach dem Studium von Chemie, Biochemie und Molekularmedizin in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten zunächst in der biochemischen Industrie tätig. 2011 wurde er auf den Werner-von-Siemens-Lehrstuhl für Synthetische Biotechnologie der TU München berufen. Der Lehrstuhl befasst sich mit dem Design nachhaltiger biotechnologischer Prozesse zur Konversion von Restbiomasse in Plattform- und Spezialchemikalien.