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2022-03-10

Roboter als Küchenchef

Ein Roboter, der kochen kann. Wie funktioniert das?

Emanuel Pallua: Der Roboter ist eine gekühlte Edelstahlzelle mit einer Grundfläche von ca. acht Quadratmetern. Im Herzen arbeiten zwei Roboterarme, welche die Töpfe und Teller an Silos mit den verschiedenen Zutaten führen und das fertige Gericht an den Kunden ausgeben. Die Töpfe rühren sich selbst und werden über Induktion erwärmt. In den Silos werden jeweils nur einzelne Zutaten gekühlt aufbewahrt – somit können wir absolute Frische zu jeder Tageszeit garantieren. Die Kunden bestellen über iPad oder Handy, jeder Kunde kann seine Bestellung individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Er oder sie bekommt eine genaue Abholzeit angezeigt und kann die jeweilige, individuell zubereitete Bestellung über die große Glasscheibe an der Roboterzelle direkt verfolgen – oder komplett digital und remote über die App. Jede Bowl ist in weniger als fünf Minuten fertig.

 

Wie sind Sie auf die Roboter-Idee gekommen?

Emanuel Pallua: Die Corona-Krise hat gezeigt, dass sich in vielen Firmen mit Home-Office der reguläre Kantinenbetrieb nicht mehr lohnt. Die wenigen Mitarbeiter und deren Bestellungen decken die Kosten für den Einsatz von Köchen und Servicepersonal nicht mehr. Wir können mit unserem Roboter den vollen Kantinenbetrieb auch bei geringeren Umsätzen gewährleisten.

 

Wo kann der Koch-Roboter eingesetzt werden? An welche Zielgruppe wenden Sie sich?

Emanuel Pallua: Unser erster Fokus sind wie gesagt Firmenkunden – angefangen bei Firmen ab 200 Mitarbeitern. Für viele Firmen schaffen wir erstmalig die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern eine hochwertige Verpflegung anzubieten. Bei größeren Firmen ergänzt der Roboter die bestehende Kantine. Er entlastet in den Stoßzeiten, er kann an weiteren Standorten installiert werden und ermöglicht erweiterte Öffnungszeiten. Generell ist aber ein Einsatz an vielen Standorten denkbar: Krankenhäuser, Universitäten, Hotels, Bahnhöfe, Flughäfen, Tankstellen – überall da, wo es schnell gehen muss und dennoch Zuverlässigkeit und guter Geschmack zu einem guten Preis wichtig sind.

 

Wie sieht die Speisekarte aus? Ist die Auswahl nicht zwangsläufig ziemlich begrenzt?

Emanuel Pallua: Die Speisekarte ist relativ breit – wir bieten neben einer großen Auswahl an Pasta- und Currygerichten, Bowls und Salaten auch Klassiker wie Käsespätzle und Currywurst an. Auch Vegetarier und Veganer werden bei uns fündig. Wichtig ist vor allem: Wir halten hohe Standards ein und sorgen für gleichbleibende Qualität. Alle Zutaten bereiten wir jeden Tag frisch zu. Dabei passen wir uns an die Saisons und an die Präferenzen unserer Kunden an. Unser Culinary Director David Schoensee hat in den besten Restaurants in Deutschland gekocht. Jedes Rezept hat er speziell für die Fähigkeiten unseres Koch-Roboters entwickelt.

 

Was kostet es, einen solchen Roboter einzusetzen? Und wieviel muss man für das einzelne Gericht bezahlen?

Emanuel Pallua: Die Kosten liegen im Monat für die Firma bei 3000 Euro für das Leasing der Roboterhardware und 1000 Euro für Service und Software. Die Gerichte können durch die Firmen subventioniert werden und kosten unsubventioniert zwischen 4,50 und 6,50 Euro.

 

Haben Sie schon mal über einen Namen für Ihren Roboter nachgedacht?

Emanuel Pallua: Jeder gebaute Roboter hat einen internen Namen. Wir arbeiten noch an einem guten Namen, der alle unsere Roboter beschreibt.

Weitere Infos unter www.aitme.com